Archive for the ‘traum’ Category

Schiff ahoi!

Monday, March 21st, 2011

Morgens im Halbschlaf träume ich die interessantesten Sachen. Auch die seltsamsten. Und die lustigsten.

Heute zum Beispiel träumte ich von einem Zauberspruch, mit dem man das letzte Wort, das jemand ausgesprochen hat, in einen Fluch umwandeln konnte — Fluch im Sinne von «verfluchen».

Ich war mit jemandem in ein Zauberduell verwickelt. Ich weiss nicht, wer es war, aber es war eine Frau.

«Spinnst du?», schrie sie, « hast du einen Vogel?!»

Woraufhin ich einen riesigen violetten Vogel heraufbeschwor und ihn auf sie hetzte. Dann rannte ich los, weil ich Rache fürchtete.

(Wieso war da kein Besen? wofür ist man ein Zauberer, wenn man trotzdem rennen muss? Tss!)

Plötzlich stand sie vor mir, offensichtlich konnte sie dem Vogel entkommen. Das Grinsen auf ihrem Gesicht verhiess nichts Gutes und die Art, wie sie Hand zum Himmel hob und klar und deutlich «Shit!» sagte, liess mich das Schlimmste befürchten. Ich hatte doch nicht… Shit gesagt!

«Schiff!», brüllte ich, «Schiff, nicht Shit, Schiff! Schiff!»
Ich glaube, ich schrie noch einige Male Schiff, um sicherzustellen, dass nicht Shit mein letztes Wort war. Tatsächlich passierte daraufhin nichts ekliges und ich grinste schon siegessicher, aber dann begann der Boden zu schwanken und mir wurde schlecht. Seekrank!

Das fiese Lachen der anderen begleitete mich in die Wirklichkeit und wurde zu meinem, als ich realisierte, was ich wieder für einen Unsinn geträumt hatte.

(Wenn man sich vorstellt, was sie sich sonst alles hätte ausdenken können: Ein Schiff, das vom Himmel auf mich stürzt, ein Gummiboot, das mich mit seinen Rudern grün und blau schlägt, ein Kanu, das mich auffrisst… Da war die Seekrankheit eigentlich noch nett!)

Dementsprechend  kleidete ich mich heute wie ein Seemann: dunkelblaue Hose, blau-weiss gestreiftes Top und seltsame Schuhe.

Schiff Ahoi!

Letzte Nacht

Wednesday, June 9th, 2010

Ich war unglaublich aktiv letzte Nacht. Als ich heute Morgen erwachte, war ich müder als gestern Abend – etwas, das leider häufig passiert. Dann habe ich angefangen, mich an Dinge zu erinnern, die ich nicht getan oder erlebt habe – zumindest nicht «wirklich». Ich habe sie geträumt. Unterdessen habe einiges davon vergessen, aber unter anderem habe ich geweint.
Dann bin ich aufgestanden, habe gefrühstückt, geduscht, mit meiner Mutter geredet und mich gewundert wieso sie arbeiten ging («hast du heute nicht frei?») und seltsam angezogen war (eine Art Overall mit papageienbunten Prints).
Dann erwachte ich. Stand auf, duschte, frühstückte, redete mit meiner Mutter. Und erwachte.

Das geht oft so. Manchmal stehe ich morgens fünfmal auf und viermal davon war es ein Traum. Oft gehe ich im Traum sogar ins Büro und merke irgendwann, dass etwas nicht stimmt, dass zu viele zu seltsame Dinge passieren. Auch schon war ich plötzlich beim Pferd und wollte nach Hause. Ich trug Pyjamahosen und ein T-Shirt. Darüber wunderte ich mich kein bisschen. Als ich mein Fahrrad suchte und nicht fand, regte ich mich darüber auf, dass es offensichtlich nicht im Stall war und ich zu Fuss nach Hause gehen musste. Nach ein paar Schritten dachte ich noch einmal über meine Kleidung nach und merkte «Moment mal! das ist ein Traum! Wenn ich mich in den Arm zwicke, wache ich auf und muss nicht nach Hause laufen!» (Es funktionierte).
Bei einer anderen Gelegenheit wachte ich auf und fand mich auf einem Fahrrad, die Arme auf den Lenker gebettet, auf einer Landstrasse in höllischem Tempo dahinrasend. Es dauerte einen Moment, bis ich merkte dass ich träume, erst dachte ich nur «oha, ich bin schon so müde, dass ich auf dem Fahrrad einschlafe»…

Solches Zeug ist anstrengend. Kein Wunder, dass ich morgens wie erschlagen bin.

Diese Träume immer!

Monday, September 21st, 2009

(Wieder ein Schulhaustraum)

Kaum sehe ich Freundinnen aus der Gymnasiumzeit wieder, träume ich auch
schon von der Schule. Wie so oft war ich wieder dort, weil jemand der
Meinung war, ich müsse nun doch noch die Matura machen. Wie immer war
es ein komplett anderes Schulhaus, eines mit vielen Fluren und
Zimmern, die unmöglich da sein können, wo sie sind, mit Irrwegen in
den Treppenhäusern… diesmal war ich sogar auf dem Dach eines
Nebengebäudes und fand das Treppenhaus nicht, überall führten kleine
Treppen auf andere Plattformen, immer im Kreis herum. Die eigentliche
Tür zum Treppenhaus war etwa in der Mitte des Dachs und tauchte erst
nach einer Weile auf.
Das mit dem Dach ist neu. Normalerweise beschränkt sich das Umherirren
auf die Suche nach dem richtigen Hof, dem richtigen
Treppenhauseingang, des richtigen Stockwerks und dann Schulzimmers.
Innen angekommen, irrte ich natürlich weiter, schaute in leere Zimmer
und rannte durch verlassene Flure, endete, als ich ein WC suchte, in
einem Autopsie-Raum (WTF?) und schliesslich vor einem Schulzimmer, aus
dem gerade ein Lehrer heraus kam und mich mit “schön, bist du da”
begrüsste und dann los zischte, um Unterlagen zu kopieren.
ich setzte mich also in eine relativ leere Klasse und sagte was zur
Aufheiterung: “Hallo zusammen, ich bin nicht der neue Lehrer, trotz
des gestreiften Hemdes!” unglaublich dämlich, aber alle lachten. Setze
mich also hin, klaute von einem herumliegenden Block ein Blatt Papier
und wartete. Auf den Schränken, die den Wänden entlang aufgestellt
waren, lagen allerlei Dinge, an denen ich aber nicht erkennen konnte,
was mich für eine Lektion erwartete.
Genau wie meistens, als ich zur Schule ging.
Zuvor, während ich durch die Flure gezogen war, dachte ich darüber
nach, wieso ich wieder in diesem Schulhaus war. Erinnerte mich daran,
dass (wieder einmal) alle sagten, ich solle doch zurück kommen, was
gar keinen Sinn macht, weil sie ja doch alle schon weg sind und ich
jedes Mal in einer Klasse mit 17jährigen Unbekannten bin… Und ich
dachte darüber nach, wie ich denn nun Geld verdienen sollte, wenn ich
wieder zur Schule ging… Und überhaupt, wie ich es fertig bringen
sollte, mich nicht zu blamieren vor all diesen gescheiten Leuten, ich
bin in den Träumen immer noch dümmer als im realen Leben.
Hätte ich diese Träume nicht, wenn ich durchgebissen hätte und nicht
2 Jahre vor der Matura von der Schule regelrecht geflohen wäre? Wenn
ich getan hätte, was jeder von mir erwartete? Und warum verfolgt mich
die ganze Geschichtr nach 8 Jahren noch immer so sehr, dass ich oft
von der Schule und einem grusligen Schulhaus träume, und jedes Mal
weiss, dass ich versagen werde?
Bin ich nicht sicher, dass ich das richtige getan habe?
Natürlich bin ich nicht sicher, we könnte ich das sein? Ich kann mich
kaum erinnern an die Gymnasiumzeit und auch nicht an den Teufel, der
mich geritten hat, als ich einfach abgehauen bin…