septemberzwölf {unsinn 12.08.31}

Dann ist er plötzlich da, der September, knapp bevor wirklich September ist, hockt er schon vor meinem Fenster und lässt den Regen rauschen, was das Zeug hält, ohrenbetäubend prasselt das Wasser von Nachbars Regenrinne in das Fass, das vor meinem Fenster steht und warnt mich schon früh genug vor dem nassen Tag, der draussen auf mich wartet. ganzer Eintrag // read more

unsinn 12.08.07

Die Luft ist noch kühl vom Regen der letzten Nacht und auf dem Fahrrad ist es vom Fahrtwind sogar richtiggehend kalt, so kalt, dass sich mir die Härchen auf den Armen aufstellen, und das passiert mir eigentlich sehr selten.
Ich wünsche mir den schmalen schwarzen Seidenschal um den Hals, aber der ist zu Hause, ich weiss sogar wo er genau hängt, was eher selten ist, meistens kann ich den Aufenthaltsort meiner Dinge nur grob erahnen.
Der Schal, der so dünn und fein ist, dass er zusammengeknüllt nur gerade so gross ist, dass er problemlos in jede Hosentasche passt, hängt an einer Stuhllehne, schwarzes Ding unter schwarzen Dingen, und ich weiss das auch nur, weil er mir gestern beim aufräumen in die Finger gekommen ist.
Im Dorf sehe ich auf der anderen Strassenseite ihr Auto und ein paar Schritte davon entfernt ihre Silhouette, schwarz vor dem übers Dach kriechenden Sonnenlicht, und ich lächle. Alles scheint perfekt, wie sie da steht, gerade, aufrecht, wie ein Denkmal fast.
Das Velo stelle ich beim Stall ab und spaziere zum Bahnhof, und jetzt wird mir warm, obwohl es noch nicht merklich wärmer geworden ist. Ich spüre, wie die Sonne von Minute zu Minute stärker wird und wie feucht die Luft tatsächlich noch ist.
Bei der Bahnhofspost werfe ich den kleineren der beiden Briefe ein, den grösseren will ich noch auf die Briefwaage legen, ich habe das Gefühl, er könnte zu schwer sein für eine Einfrankenmarke.
Als ich den Umschlag in den Briefkasten fallen lasse, fällt mir ein, dass ich doch auch noch gefütterte C6-Couverts gehabt hätte und es vielleicht besser gewesen wäre, so eines zu verwenden und bin im selben Moment nicht mehr sicher, ob es nicht vielleicht eher gefütterte C5-Umschläge sind, die noch irgendwo herumliegen. Ich schüttle den Kopf über das Zeug, das mir so einfällt und frage mich, ob ich irgendwann mal einen Schritt werde machen können, ohne dass ich dauernd an irgendwas denken muss, ob es mir vielleicht irgendwann gelingen wird, gar nichts zu denken und kurz ist da der Gedanke «vielleicht sollte ich doch mal anfangen zu meditieren» in meinem Kopf, aber nur ganz kurz, dann ist er schon wieder weg, verdrängt von einem anderen Gedankenfetzen. ganzer Eintrag // read more

Zürichwood {unsinn 12.07.09}

Montagsbla. Ich komm‘ nicht aus dem Bett, ich wache irgendwie nicht richtig auf, obwohl ich kurz nach Mitternacht schon in der Hängematte lag und ich komm‘ auch später eine ganze Weile nicht so recht in die Gänge, weil mein Körper seine Energie gerade für anderes verbraucht. Ich hab eine unbändige Lust auf Fleisch, was unpraktisch ist, weil ich Fleisch eigentlich gar nicht mag und höchstens in Form von Wurst essen kann. Aber montags gibt’s sowieso erst abends etwas zu essen, eigentlich. Heute helfen mir aber Dar-Vidas und eine grosse Tasse Ovomaltine durch den Tag, denn sonst hätte es mich garantiert aus den Schuhen gehauen. ganzer Eintrag // read more

Der Mais ist hoch geworden {unsinn 12.07.02}

Es ist Montag, einer wie viele, einer nämlich, an denen ich morgens im Bett liege wie erschlagen, nach einer Nacht voller seltsamer Träume. Diesmal hatte ich den Auftrag, eine Leiche von Zürich via Lausanne nach Luzern zu transportieren. Mit Bus und Zug. Gut sichtbar auf einer grossen Liege lag die Leiche, zugedeckt mit schwarzem Plastik, der mit Klebstreifen an der Liege befestigt war. Meine Gehilfin: ein ungefähr zwölfjähriges Mädchen, das ganz offensichtlich Erfahrung in solchen Dingen hatte. Ganz im Gegenteil zu mir. Ob ich den Auftrag zur Zufriedenheit der Auftraggeber ausführte, weiss ich leider nicht mehr, denn ich wachte auf, bevor wir überhaupt in den Bus steigen konnten. ganzer Eintrag // read more

not happy. {unsinn 12.06.07}

{Achtung: enthält Gejammer, viel davon.}

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Ich bin nicht glücklich. Jedenfalls nicht im Moment.
Letzte Woche war alles noch in Ordnung (obwohl ich in der vergangenen Woche jeden Tag geheult habe), es war am Montag noch alles in Ordnung und vielleicht war es heute Mittag noch so halbwegs okay, aber gerade jetzt bin ich von «glücklich» so weit entfernt wie der Nord- vom Südpol. ganzer Eintrag // read more

igel {unsinn 12.05.31}

Ein toter Igel liegt auf dem Feldweg, der von mir zu Hause zur Bushaltestelle führt. Kurz vor dem dünnen Grasstreifen, der die Mitte des Weges markiert, liegt er da, die Augen offen und blutunterlaufen, das rechte Hinterbein nach hinten ausgestreckt, wie auf der Flucht erstarrt. Er sieht unversehrt aus, vielleicht hat ihn ein Hund zu Tode gejagt. Ich werde sofort traurig und denke an all die Igel, die ich nachts über die dunkle Strasse begleitet habe. Noch keine Viertelstunde aus dem Haus und schon könnte ich das erste Mal heulen. ganzer Eintrag // read more