unsinn 23.7

die Welt geht unter.

Also, jetzt nicht so in dem Sinn, dass da eine Sintflut daher kommt und ein paar (un)glückliche auf einer Arche davonschippern, aber in ganz vielen anderen Sinnen.

Ich habe ja keinen Fernseher und lese auch keine Zeitung. Was auf der Welt so passiert, erfahre ich natürlich trotzdem, ich höre Radio und sehe, was auf Twitter so geschrieben wird – das ist auch viel schneller als jede Zeitungsredaktion. Und es passiert SO VIEL, dieses Jahr.

Gestern die Anschläge in Norwegen.
Heute schaute ich noch im Kino (sah den letzten Potter-Film) kurz in den Twitter-Stream und sehe überall #amy-hashtags und #winehouse und #rip. War nach dem Film noch ziemlich durcheinander, so viele Lichtblitze und 3D und ich mit den zwei Brillen und meinem Hirn, das immer den halben Film braucht, um sich an die 3D-Wahrnehmung zu gewöhnen, so viele Kämpfe und Flüche und Tote, dass ich es erst gar nicht so richtig glauben konnte. Als nächstes lese ich, dass ich China ein Zug entgleiste.

Das gibt eine lange Jahresrückblick-Spezialsendung zu Silvester.
Und das sind alles nur die grossen Katastrophen. Die weltweit wahrgenommenen.
Die «kleinen Katastrophen» (die eigentlich die wirklich grossen sind), die uns einzelne Menschen betreffen, die sieht global keiner. Oder kaum einer.

Es gab Zeiten (Teenagerzeit, da macht man so dämliches Zeug), da lag ich ewig im Wohnzimmer auf dem Boden vor dem Fernseher, weil man da ja irgendwie nicht mehr weg kommt.
Ich weiss noch, wie Nachrichten samt Bildern gedämpft an mir vorbeizogen. Wie sie irgendwann nicht mehr wahrgenommen wurden. Selbstschutz, sicherlich.
Und heutzutage, wenn ich mal irgendwo einen Fernseher zur Verfügung habe, sitze ich da und fühle mich überfahren. Von einer ganzen Flotte 40-Tönner. Mit Stahlspikes an den Rädern. Die Werbung drischt auf mein Gehirn ein wie die Kugeln eines Maschinengewehrs, die auf eine morsche Wand treffen. Nachrichten prallen ungefiltert auf mich. Mit BILDERN! Ist ja schon grauenhaft genug, das im Radio zu hören, Bilder sind da genau das, was ich nicht brauche.
Eine halbe Stunde fernsehen, und ich torkle wie besoffen aus dem Zimmer.

Kann sein, dass Leute denken, dass ich es mir gar zu einfach mache.
Ich sehe es eher so, dass ich mir das Leben nicht unnötig schwerer mache.

 

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Hier noch ein bisschen Songtext vom Song «Sorry» von den Robots in Disguise
{passt aber sehr. Zu mir und zu vielen. Und ich finde, wir sollten damit aufhören.}

I spend my day apologising
for things I do and say
that’s how I spend my day

One thought on “unsinn 23.7

  1. Those attacks in Norway were dreadful. It was interesting how people reacted to it. We’re used to hearing about attacks in places like Libya or Israel but this thing really shocked people. My normally peaceful father ranted for ages hoping that the guy got a good beating from the police.

    I told my students awhile ago that I had never seen any of the Harry Potter films, nor read the books. They went crazy at me! I guess I should see them or read them just to see what it is that I’m missing.

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