Archive for the ‘unsinn’ Category

unsinn 23.7

Saturday, July 23rd, 2011

die Welt geht unter.

Also, jetzt nicht so in dem Sinn, dass da eine Sintflut daher kommt und ein paar (un)glückliche auf einer Arche davonschippern, aber in ganz vielen anderen Sinnen.

Ich habe ja keinen Fernseher und lese auch keine Zeitung. Was auf der Welt so passiert, erfahre ich natürlich trotzdem, ich höre Radio und sehe, was auf Twitter so geschrieben wird – das ist auch viel schneller als jede Zeitungsredaktion. Und es passiert SO VIEL, dieses Jahr.

Gestern die Anschläge in Norwegen.
Heute schaute ich noch im Kino (sah den letzten Potter-Film) kurz in den Twitter-Stream und sehe überall #amy-hashtags und #winehouse und #rip. War nach dem Film noch ziemlich durcheinander, so viele Lichtblitze und 3D und ich mit den zwei Brillen und meinem Hirn, das immer den halben Film braucht, um sich an die 3D-Wahrnehmung zu gewöhnen, so viele Kämpfe und Flüche und Tote, dass ich es erst gar nicht so richtig glauben konnte. Als nächstes lese ich, dass ich China ein Zug entgleiste.

Das gibt eine lange Jahresrückblick-Spezialsendung zu Silvester.
Und das sind alles nur die grossen Katastrophen. Die weltweit wahrgenommenen.
Die «kleinen Katastrophen» (die eigentlich die wirklich grossen sind), die uns einzelne Menschen betreffen, die sieht global keiner. Oder kaum einer.

Es gab Zeiten (Teenagerzeit, da macht man so dämliches Zeug), da lag ich ewig im Wohnzimmer auf dem Boden vor dem Fernseher, weil man da ja irgendwie nicht mehr weg kommt.
Ich weiss noch, wie Nachrichten samt Bildern gedämpft an mir vorbeizogen. Wie sie irgendwann nicht mehr wahrgenommen wurden. Selbstschutz, sicherlich.
Und heutzutage, wenn ich mal irgendwo einen Fernseher zur Verfügung habe, sitze ich da und fühle mich überfahren. Von einer ganzen Flotte 40-Tönner. Mit Stahlspikes an den Rädern. Die Werbung drischt auf mein Gehirn ein wie die Kugeln eines Maschinengewehrs, die auf eine morsche Wand treffen. Nachrichten prallen ungefiltert auf mich. Mit BILDERN! Ist ja schon grauenhaft genug, das im Radio zu hören, Bilder sind da genau das, was ich nicht brauche.
Eine halbe Stunde fernsehen, und ich torkle wie besoffen aus dem Zimmer.

Kann sein, dass Leute denken, dass ich es mir gar zu einfach mache.
Ich sehe es eher so, dass ich mir das Leben nicht unnötig schwerer mache.

 

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Hier noch ein bisschen Songtext vom Song «Sorry» von den Robots in Disguise
{passt aber sehr. Zu mir und zu vielen. Und ich finde, wir sollten damit aufhören.}

I spend my day apologising
for things I do and say
that’s how I spend my day

electropunk {unsinn 21.7}

Thursday, July 21st, 2011

Wenn ich eine Musikrichtung sein könnte, dann wär’ ich gern Electropunk. Oder mindestens Electro.
Die Genre-Grenzen verwischen da ja extrem. Electroclash, Electropunk, Electronic, Trip Hop… all diese Bezeichnungen hab ich zum Beispiel nur schon für die Musik der Robots in Disguise gelesen. Und es ist ja auch schwer, eine Band da festzunageln. Das Genre variiert zum Teil von Song zu Song.

Im Prinzip ist es eh Blödsinn, sich auf irgendwas festzulegen. Gilt jetzt nicht nur für Musik, sondern so generell. Wenn man sich festlegt, verpasst man Zeug. Ich hätte mir vor ein paar Jahren nicht vorstellen können, dass ich Electro einmal wirklich mag, aber hey, so ist es jetzt und ich werde mich nicht dagegen wehren. Ich mag ja auch Erika Stuckys Suicidal Yodels und Adam Greens Folk und sogar The Knife, die gern mal in Richtung Trance oder Techno abschweifen. Hör ich alles. Was ich (momentan und bisher) nicht höre, ist Hip Hop. Geht nicht. Macht mich aggressiv.

Ich wäre also so neonfarbener Electropunk. Im Moment grad.
Mit selbstbemalten Schuhen und irgendeinem Ding um den Hals, ein Schallplattensplitter oder ein Knäuel Tonband aus einer Kassette oder so.

 

Und wenn ich ja schon mal dabei bin:
Von den Robots in Disguise gibt’s ein neues Album, ist am 11.7. im UK erschienen und in der Schweiz bei cede.ch bestellbar.
Ihr Song Lies ist THE SONG OF THE MOMENT, mit dem ganzen Abhörskandal und so.
Ein Fan hat nun ein Video gebastelt, zu sehen auf YouTube!

Der titelgebende Song Happiness V Sadness ist auch einer meiner liebsten im Moment.

happiness v sadness
I’m like a yo-yo in a spin spin spin

one morning I’ll cave in
another I bounce back

ausserdem ganz toll: Let’s Get Friendly, Sink In The Dirt, Sorry, Don’t Go.

 

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Abgesehen von all dem ist das Leben wie immer gleichzeitig sehr wunderbar und sehr ekelhaft.

n bisschen was… (unsinn 6.23)

Thursday, June 23rd, 2011

Heut ist Mittwoch. Ich bin schon den ganzen Tag davon überzeugt, dass heut Mittwoch ist. Dabei war ja gestern schon Mittwoch. Und es war sehr Mittwoch.

Auf Druckdaten warten, ein bisschen Excel-Tabellen bereinigen und sich davor fürchten, mit SmartCatalog für InDesign zu arbeiten… Weisse Unterhosen kaufen für die Show am Sonntag, weil man ja schwarze Unterhosen durch die weissen Reithosen durchscheinen sieht; eine Sprayflasche kaufen, um den Essig-Wasser-Mix hineinzufüllen, mit dem man dann am nächsten heissen Tag das von Nesselfieber geplagte Monsterpferd einsprühen wird…
Auf dem Weg vom Bahnhof zum Stall vom Sturm beinah rückwärts den Hügel hinunter geblasen werden; mit den ersten Regentropfen im Stall eintreffen und dort erfahren, dass wir die Pferde verladen und in einer Halle ein paar Dörfer weiter trainieren werden. Befürchten, dass der eine oder andere nicht in den Transporter steigen wird… und eine halbe Stunde später erleichtert aufatmen, als die beiden Verdächtigen seelenruhig in den Hänger steigen.
Beim ausladen der Pferde patschnass werden und dafür nachher gut auf den nassen Sätteln haften – hat auch was.
Sich wundern, ob das Rundpferd jemals wieder trocknen wird, eine Niere, die sich anfühlt, als wolle sie einmal um die Wirbelsäule wandern, als wir so lange ausgesessen traben müssen, eine Brille, die sich beschlägt, jedes Mal, wenn wir stehen bleiben müssen.

Ein Computer, der mir einen Bluescreen mit bunter Schrift drauf zeigt und eine Laura, die lieber draussen im Regen tanzen als sich ins Bett legen und schlafen würde.

So ein Mittwoch war das.

Ich entschloss mich dann, in der Hängematte zu schlafen. Der Kater kam mit und rollte sich auf meinem Bauch zusammen – eine Heizdecke ist ein Dreck dagegen.
Heute früh wachte ich im Bett auf – wie ich dorthin gekommen bin, ist mir nicht so ganz klar.

Vom Bett bis vor die Haustür brauchte ich 12 Minuten. Inklusive Katzenwäsche und einigermassen präsentabler Frisur. Oh, und Kleider, natürlich.
An der Bushaltestelle traf ich dann auf meine Mutter, die das Haus verliess, als ich gerade aufstand – obwohl ihr Bus 4 Minuten nach meinem fährt.

{Am Mittag gab’s Pizza. In der Tasche warten zwei Muffins auf ihren Einsatz. ich hab ne Flasche Eistee gekauft, so als Ausnahme. Irgendwas im linken Daumengelenk tut weh. Ich hab Muskelkater in den Oberarmen. Die im April rot gefärbten Haare sind jetzt fast blond. Die schwarzen nicht mehr so schwarz. Es regnet wieder.}

unsinn 6.2

Thursday, June 2nd, 2011

Worauf  ich Lust habe?

Herbst, verregnete Wälder und Nebel. In einem Auto im strömenden Regen viel zu schnell auf der Autobahn fahren. Irgendwo hin. Nirgendwo hin. Auf dem Waldboden liegen und weinen, als gäbe es kein Morgen. Und kein Gestern. Und schon gar kein Heute.

Das. Und am liebsten nicht allein.

unsinn 6.1

Wednesday, June 1st, 2011

Ich brauch irgend einen immer wieder zu verwenden Titel für Einträge, für die mir sonst kein Titel einfällt. Solche gibt es eigentlich viele. Nicht unbedingt hier. Aber es gibt sie. Natürlich könnte ich jedes Mal ein dickes Buch aufschlagen und einen Pfeil darauf werfen und das getroffene Wort als Titel verwenden, aber ich habe keinen Pfeil. Unter anderem.
Oder ich könnte auch anfangen, meine Lieblingswörter zu sammeln und mir eine Methode ausdenken, wie ich da für jeden Eintrag ein per Zufall ausgesuchtes Wort herauspflücke. Aber.

Egal. Unterdessen hab ich beinah vergessen, was ich eigentlich schreiben wollte.

Es ist der erste Juni und es war ein kalter Tag. 13 Grad heute früh im Schlafzimmer. Eigentlich angenehm, aber nach den warmen Nächten der letzten Wochen war es ein richtiger Kälteschock. Es ist der erste Juni und ich hab beim Reiten die Jacke getragen nach einem Mai voller Trägertop-Ritte.  Es ist der erste Juni und das feuchte Gras roch heute so gut, dass ich mich am liebsten hinein gelegt hätte. Es ist der erste Juni und der Himmel trug Grau, ganz verschiedene Grau. Und, wie ich auf dem Heimweg im Dunkeln bemerkte, hinter dem Grau auch gelb und rot und orange. Der nächstgelegene Berg, der eher ein Hügel ist, hielt sich hinter einem hellgrauen Nieselregenvorhang versteckt. Es ist der erste Juni und ich wünschte mir, ich könnte mit meinen Augen Fotos schiessen. Ich hätte Fotos gemacht von den Monsterpferdeohren und vom nassen Gras, vom feuchten Monsterkater, von den vielen Weinbergschnecken und ganz viele vom gelborangegrauen Himmel. Und von Wolken. Und dann hätte ich Wolken gegessen, bis ich davon geflogen wäre. Von den hellgrauen Wolken hätte ich gegessen, vielleicht auch von der gelben. Und dann wäre ich davon geschwebt und im Hintergrund hätten Noah and the Whale The First Days of Spring gespielt. Mit Geigen und allem.